
Brigitte Lahaie ist eine unverzichtbare Persönlichkeit der französischen Kultur, bekannt für ihren außergewöhnlichen Werdegang, der sie von den Sets der Pornofilme der 1970er Jahre zu einer angesehenen Karriere in den Mainstream-Medien führte. Ihre Geschichte ist die einer Frau, die es geschafft hat, über Etikettierungen hinauszuwachsen und ihr Image neu zu definieren, und die sich zu einer Medienpersönlichkeit entwickelt hat, die für ihre Offenheit und ihre Fachkenntnisse in Fragen der Sexualität und zwischenmenschlicher Beziehungen bekannt ist.
Die Anfänge: Ein Star aus der Blütezeit des Pornofilms
Brigitte Lahaie wurde am 12. Oktober 1955 in Tourcoing als Brigitte Vanmeerhaeghe, Brigitte Lahaie geboren und wuchs zunächst im Elsass und später in Lyon auf, wo die Familie aufgrund der beruflichen Versetzungen ihres Vaters, eines Bankangestellten, hinzog. Mit 18 gab sie ihren Job als Schuhverkäuferin auf, um ihr Glück in Paris zu versuchen. Dort nahm sie den Künstlernamen Lahaie an und begann ihre Karriere im Erotikfilm, später im Pornofilm, zu einer Zeit, als dieses Genre in Frankreich sein „goldenes Zeitalter“ erlebte. Zwischen 1976 und 1980 spielte sie in über hundert Filmen mit und arbeitete dabei mit renommierten Regisseuren wie Claude Mulot oder Jean Rollin zusammen. Seine auf 35-mm-Film gedrehten Filme zeichnen sich durch oft kreative Drehbücher und eine gepflegte Ästhetik aus, weit entfernt von den standardisierten Produktionen von heute. Brigitte wurde schnell zu einem echten Star; ihr Name allein reichte aus, um die Zuschauer in die damals noch wenig bekannten Kinos zu locken.
Doch Brigitte Lahaie beschränkt sich nicht nur auf Pornofilme. Bereits Ende der 1970er Jahre trat sie in „klassischen“ Filmen auf, insbesondere in Fantasy-Produktionen von Jean Rollin wie Les Raisins de la mort (1978) oder in Nebenrollen für Regisseure wie Henri Verneuil (I comme Icare, 1979) oder Jean-Jacques Beneix (Diva, 1980). Diese Fähigkeit, sich zwischen zwei filmischen Welten zu bewegen, zeugt von seinem Charisma und seiner Vielseitigkeit.
Ein erfolgreicher Wechsel in die Medienbranche
1980 beendete Brigitte Lahaie ihre Karriere im Pornofilmgeschäft, um sich neuen Projekten zu widmen. Sie begann ihre schriftstellerische Laufbahn mit ihrer Autobiografie „Moi, la scandaleuse“ (1987), die ihr eine Einladung in die Kult-Literatursendung „Apostrophes“ von Bernard Pivot einbrachte. Sie veröffentlicht zudem erotische Romane wie *La femme modèle* (1991) sowie Essays zum Thema Sexualität, darunter *Parlez-nous d’amour* (2007), das sie gemeinsam mit Pater Patrice Gourrier verfasst hat. Diese Werke zeugen von seinem Interesse an einer durchdachten und differenzierten Herangehensweise an Beziehungen und Sexualität.
In den 1990er Jahren versuchte sie sich im Fernsehen und moderierte Sendungen im Kabelfernsehen, bevor sie zu einer festen Größe im Radio wurde. Von 2001 bis 2016 moderierte sie bei RMC die tägliche Sendung „Lahaie, l’amour et vous“, in der sie Fragen der Hörer zu den Themen Liebe, Partnerschaft und Sexualität beantwortete. Ihre Offenheit, ihr Einfühlungsvermögen und ihre fundierten Kenntnisse in diesen Themen machen sie zu einer beliebten Moderatorin, die ein breites Publikum anzieht. Nach ihrem Weggang von RMC wechselte sie zu Sud Radio, wo sie weiterhin eine ähnliche Sendung moderiert, die montags bis freitags von 14 bis 16 Uhr ausgestrahlt wird, und ihre Tipps über Podcasts und Kolumnen weitergibt.
Eine mutige Medienpersönlichkeit
Brigitte Lahaie scheut sich nicht, kontroverse Themen anzusprechen. Im Jahr 2018, mitten in der #MeToo-Bewegung, verfasste sie gemeinsam mit Persönlichkeiten wie Catherine Deneuve einen offenen Brief in der Zeitung „Le Monde“, in dem sie bestimmte Auswüchse der Bewegung kritisierte. Während einer Debatte auf BFM TV löste eine seiner Äußerungen zum Thema Vergewaltigung heftige Kontroversen aus. Später erklärte sie, dass sie missverstanden worden sei; sie habe die Komplexität der Reaktionen von Körper und Geist auf ein Trauma hervorheben wollen, ohne dabei die Schwere solcher Taten herunterzuspielen. Diese Episode verdeutlicht sein Engagement für differenzierte Standpunkte, selbst wenn dies Kontroversen hervorrufen könnte.
Eine Frau mit vielen Facetten
Abgesehen von ihrer Karriere in den Medien ist Brigitte Lahaie eine begeisterte Reiterin, die diesen Sport eifrig ausübt und bei den Olympischen Spielen 2012 in London sogar als Kommentatorin für RMC tätig war. Sie engagierte sich zudem für Themen wie das Recht auf ein würdiges Sterben und war Mitglied des Ehrenkomitees der ADMD. Im Jahr 2020, im Alter von 64 Jahren, feierte sie ein symbolisches Comeback auf der Leinwand in „Une dernière fois“, einem Film von Olympe de G., der sich einfühlsam mit den Themen Sehnsucht und Lebensende auseinandersetzt.
Warum übt Brigitte Lahaie immer noch eine solche Faszination aus?
Wenn Sie mehr über seine Gedanken zu Liebe und Sexualität erfahren möchten, hören Sie sich seine Sendungen auf Sud Radio an oder tauchen Sie in seine Bücher ein. Brigitte Lahaie fasziniert nach wie vor, nicht nur durch ihre Geschichte, sondern auch durch ihre Fähigkeit, mit Intelligenz und Einfühlungsvermögen Diskussionen über intime Themen anzustoßen.
Quellen: Purepeople, 2019; Wikipedia, 2003; Sud Radio, 2024





